Luna – es war eine schöne Zeit

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Luna war unser Hund, respektive der Hund meiner Eltern. Vor etwa 12 Jahren kam sie eigentlich etwas unprogrammiert in unser Leben. Meine Eltern hatten kurz zuvor ihren vorherigen Hund „verloren“ und eigentlich nicht vorgehabt, so schnell wieder einem anderen Tier ein zuhause zu bieten.

Eine Arbeitskollegin meiner Mutter hat ihr dann von einer Frau erzählt, die einen jungen Hund hat und den unbedingt abgeben müsse, weil sie wieder 100% arbeitet und somit zuwenig Zeit für den Vierbeiner hat. Man traf sich dann mal „unverbindlich“ zu einem gemeinsamen Spaziergang, daraus wurde verbindlich, was heisst, Luna hat sich direkt ins Herz meiner Mutter eingeschlichen.

Einige Tage später hiess es am Telefon, ich müsse am nächsten Tag nachmittags zu Besuch kommen, ahnend dass da was „Neues“ ist, bin ich hin und wurde prompt von einem jungen, stürmischen Vierbeiner in Beschlag genommen.

Luna hatte es faustdick hinter den Ohren, sie wusste genau wie sie sich in Szene setzen musste, wenn mal jemand zuerst die Menschen begrüsst hat anstelle „Prinzessin Luna“ 🙂

Sie schaute auch gut, dass sie neben den 2 Katzen nicht zu kurz kam und maulte auch schon mal wenn diese ihrer Meinung nach zu ausgiebig gestreichelt wurden.

War man weg und kam nach Hause oder kam ich zu Besuch, wurde man mit grossem Trara begrüsst, Luna war dann kaum zu bremsen. Aufspringen, bellen, schwandwedeln, hochspringen, Bauch hinhalten zum kraulen, herumtanzen etc. Das war immer eine Begrüssung wie nach Jahren, auch wenn der  „Abschied“ nur ne viertel Stunde her war.

Luna war ein Herz einer Seele, sie spürte immer wenn jemand traurig war,  sie freute sich über jede kleine Aufmerksamkeit, liebte es Stöcke zu aportieren, auch wenn man diese ins Wasser schmiss (ausser man musste schwimmen zum holen, das mochte sie viele Jahre gar nicht).

Es gibt viele schöne Momente mit ihr, die wir nicht vergessen werden:

 

  • Ich erinnere mich noch an den ersten Nachmittag, als sie beim Spaziergang schnurstracks auf die Kuhweide rannte und mal alle Kühe zusammentrieb (ihre Mutter ist ne Hirtenhündin)

 

  • Einmal legte ich mein Eis kurz auf den Salontisch, naja der kurze Moment war zu lang und das Eis natürlich weg

 

  • Kamen meine Eltern zu Besuch, ging sie zuerst in jedem Zimmer nachschauen wen man noch alles begrüssen könnte
  • Manchmal kriegte sie sich vor Übermut fast nicht mehr ein und raste im Garten herum wie eine Verrückte
  • War sie mal in einem Bach, ging das abschütteln des Wassers natürlich nur direkt neben uns
  • rief man zuhause aus Spass „Hallo!“ dann ging sie immer sofort auf die Suche ob da jemand gekommen sei
  • wenn Mami ihr aus Spass das Telefon hinhielt und sie meine Stimme hörte, rannte sie danach immer zur Tür, weil sie meinte ich würde gleich reinkommen
  • nach jeder Begrüssung warf sie sich auf den Rücken damit man den Bauch kraulen konnte
  • Im Berner Bahnhof beim „Treffpunkt“, kam sie jedesmal aus dem Häuschen, weil sie dort mal meinen Papi getroffen haben und so meinte sie jedesmal der komme gleich daher
  • nahm man nur die Leine in die Hand, sprang sie voller Freude zur Tür, bereit für jedes Abenteuer
  • Luna liebte „Päckli uspacke“. An den Geburtstagen der Familie half sie immer mit ganzem Körpereinsatz das Päcklipapier zu entfernen, in jüngeren Jahren musste man manchmal sogar aufpassen, dass sie die Pakete nicht gleich alle alleine auspackte
  • Luna liebte „Mausen“, sie steckte ihre Nase in jedes erdenkliche Mausloch, grub mit den Pfoten rund herum und stand in Position falls ne Maus rauskommen würde. Zu unserem Bedauern kam manchmal eine…
  • Luna liebte Autofahren, auch wenn die Fahrt nur 5 Minuten gedauert hätte, sie wollte mit. Oh, aber wenn sie dann aus dem Auto während dem Fahren eine Katze sah, dann fing sie an zu zittern und drehte sich um ihren ganzen Körper um der Katze so lange wie möglich nachzugucken
  • Luna liebte „Plegere“ an den Wochenenden am Morgen, plegere mit Familie das war wohl etwas was sie am meisten genoss

Es gäbe noch so viel aufzuzählen, aber dann würde dieser Text ellenlang werden.

Nun ist leider Luna’s Zeit gekommen und wir mussten sie gehen lassen. Ja, es ist „nur“ ein Tier, aber eben, es IST ein Lebewesen, ein Tier dass wie ein Mensch traurig sein kann, sich freuen kann, grenzenlos treu ist, ein Tier dass seinen „Menschen“ nie im Stich lässt und ein wahrer Freund ist, was man leider nicht von allen Menschen auf der Welt behaupten kann.

Fast 14 Jahre hat uns Luna tagtäglich durchs Leben begleitet, wie ein Familenmitglied. Sie war da wenn man traurig war, sie war da wen man sich freute, sie war bei Urlaub dabei, sie war beim Campen dabei. Jeden Tag von morgens früh bis abends zum schlafengehen, da spielt es keine grosse Rolle mehr ob es ein Tier oder ein Mensch ist, „es“ wächst einem ans Herz.

Schade musstest du gehen Luna, aber wir freuen uns wo du hingehst und denken an die schönen Zeiten mit Dir!

Machs gut, Tschüss!

 

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