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Das Leben

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Das Leben ist bunt

wie ein bunter Hund

mal fröhlich mal traurig

auch ab und zu schaurig

es ist eine Berg und Tal Fahrt

gibt manchmal graue Haare im Bart

manchmal jammern wir

und denken ach andern gehts besser als mir

doch vielen Menschen es schlechter geht

in deren Leben ein ganz rauher Wind weht

dann schüttele ich den Kopf

und denk ich bin gar kein armer Tropf

manch einer würde wohl alles geben

wenn er meinen Lebensweg könnt streben

so stehe ich wieder auf und gehe weiter

auf den Stufen meiner Lebensleiter

 

geschrieben am 12-8-2013. copyright by rina

Und nun hat sie doch gewonnen…

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Morgens kaufe ich oft im Berner Bahnhof am Kiosk noch schnell was für die Pause. Seit einiger Zeit arbeitet am Kiosk Richtung Geleise eine Verkäuferin der ich anscheinend regelrecht Kopfzerbrechen bereite.

Beim ersten Mal stand ich davor, eigentlich nur um mein Getränk zu zahlen aber ich wurde eines Besseren gelernt. Die Verkäuferin kassierte den Betrag, sah mich an und meinte

„Woher kommen Sie“?

Meine Antwort dass ich Schweizerin sei brachte sie ziemlich aus dem Konzept. Stirnrunzelnd sah sie mich an und fragte:
„Aber warum mit Kopftuch?“

Noch ziemlich müde da früh morgens gab ich zur Antwort dass ich eben zum Islam konvertiert sei und daher Kopftuch trage.

Die Annahme nun sei das alles geklärt erwies sich als trügerisch. Nein die Verkäuferin wollte noch wissen ob ich verheiratet sei und ob es nicht schwierig sei mit Kopftuch.

Einerseits wäre ich gerne einfach gegangen, wollte aber auch nicht unhöflich sein. Also gab ich noch zur Antwort dass ich verheiratet sei, mein Mann Muslim ist („ahaa…“) und ich gerne Kopftuch trage. Nach dem versichern dass mich keiner gezwungen hat war ich dann endlich entlassen. Zum Glück so erwischte ich noch meinen Zug!

An einem anderen Tag, ich war, im Nachhinein ziemlich unüberlegt, an denselben Kiosk gegangen. Die selbe Verkäuferin, nicht weniger neugierig als beim ersten Mal, kassierte und fasste dann mit ihrer Hand nach vorne an mein Kopftuch.

„Schönes Kopftuch mit diese Glitzerpailetten“

Meinte sie und versuchte dann während ich den EC Code eintippte, noch heraus zu finden was ich arbeite. Langsam genervt und weil gerade mit eintippen beschäftigt habe ich erwiedert dass sie warten solle und habe mich nach dem bezahlen kurz entschlossen verabschiedet, umgedreht, getan als hätte ich die Frage vergessen und bin gegangen.

Dann habe ich den Kiosk bis heute gemieden. Ich dachte inzwischen habe es sich erledigt aber nein soeben wurde ich eines besseren belehrt. Zuerst wurde ich beim bezahlen meiner Schokolade gefragt ob ich Lust auf Schokolade habe (warum kauf ich wohl) danach kam die aufgeschobene Frage was ich arbeiten würde. Ach was solls dachte ich, gab zur Auskunft bei O….worauf dann Ruhe herrschte.

Ehrlich gesagt Leute wer wird schon gerne so ausgefragt? Mal ne Frage ist ok aber das war schon eher ne Befragung oder ein Verhör. Ich beantworte gerne mal Fragen weil ich es bevorzuge selber zu antworten als dann hinter meinem Rücken zu hören wie über mich geredet wird. Aber am Kiosk und vorallem am morgen früh will ich einen netten Gruss und bezahlen nichts weiter! 🙂

Und so fängt ein Tag an

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Heute morgen stand ich am Ticketautomaten am Bahnhof, als das Ticket rauskam, steckte ich es ein und entfernte mich. Einige Schritte weiter am Rand der Bahnhofhalle, habe ich noch kurz mein Kleingeld weggesteckt als mich ein Mann kreuzte. Wohl ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit, genauso wie ich, erblickte er mich und kaum tauchte ich in seinen Blickfeld auf, kam wie aus der Pistole geschossen “Scheiß Ausländer!“ und weg war er.

Ja so beginnt mein heutiger Tag. Toll nicht? Am liebsten würde ich den Rückweg antreten und zurück ins gemütliche Bett.

Klar, eigentlich bin ich ja kein Ausländer, aber der Blick war auf mich gerichtet, also war ich trotzdem gemeint und zu sehen wie rassistisch und engstirnig meine eigenen Schweizer Landsleute sein können tut weh und Beleidigungen sowie so.

Warum klassifizieren wir immer andere Menschen? Und damit meine ich jetzt nicht nur wir Schweizer, sondern wir Menschen allgemein.

Warum muss alles 0815 sein oder zumindest dem eigenen Ideal entsprechen um nicht direkt abgestempelt zu werden?