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Und nun hat sie doch gewonnen…

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Morgens kaufe ich oft im Berner Bahnhof am Kiosk noch schnell was für die Pause. Seit einiger Zeit arbeitet am Kiosk Richtung Geleise eine Verkäuferin der ich anscheinend regelrecht Kopfzerbrechen bereite.

Beim ersten Mal stand ich davor, eigentlich nur um mein Getränk zu zahlen aber ich wurde eines Besseren gelernt. Die Verkäuferin kassierte den Betrag, sah mich an und meinte

„Woher kommen Sie“?

Meine Antwort dass ich Schweizerin sei brachte sie ziemlich aus dem Konzept. Stirnrunzelnd sah sie mich an und fragte:
„Aber warum mit Kopftuch?“

Noch ziemlich müde da früh morgens gab ich zur Antwort dass ich eben zum Islam konvertiert sei und daher Kopftuch trage.

Die Annahme nun sei das alles geklärt erwies sich als trügerisch. Nein die Verkäuferin wollte noch wissen ob ich verheiratet sei und ob es nicht schwierig sei mit Kopftuch.

Einerseits wäre ich gerne einfach gegangen, wollte aber auch nicht unhöflich sein. Also gab ich noch zur Antwort dass ich verheiratet sei, mein Mann Muslim ist („ahaa…“) und ich gerne Kopftuch trage. Nach dem versichern dass mich keiner gezwungen hat war ich dann endlich entlassen. Zum Glück so erwischte ich noch meinen Zug!

An einem anderen Tag, ich war, im Nachhinein ziemlich unüberlegt, an denselben Kiosk gegangen. Die selbe Verkäuferin, nicht weniger neugierig als beim ersten Mal, kassierte und fasste dann mit ihrer Hand nach vorne an mein Kopftuch.

„Schönes Kopftuch mit diese Glitzerpailetten“

Meinte sie und versuchte dann während ich den EC Code eintippte, noch heraus zu finden was ich arbeite. Langsam genervt und weil gerade mit eintippen beschäftigt habe ich erwiedert dass sie warten solle und habe mich nach dem bezahlen kurz entschlossen verabschiedet, umgedreht, getan als hätte ich die Frage vergessen und bin gegangen.

Dann habe ich den Kiosk bis heute gemieden. Ich dachte inzwischen habe es sich erledigt aber nein soeben wurde ich eines besseren belehrt. Zuerst wurde ich beim bezahlen meiner Schokolade gefragt ob ich Lust auf Schokolade habe (warum kauf ich wohl) danach kam die aufgeschobene Frage was ich arbeiten würde. Ach was solls dachte ich, gab zur Auskunft bei O….worauf dann Ruhe herrschte.

Ehrlich gesagt Leute wer wird schon gerne so ausgefragt? Mal ne Frage ist ok aber das war schon eher ne Befragung oder ein Verhör. Ich beantworte gerne mal Fragen weil ich es bevorzuge selber zu antworten als dann hinter meinem Rücken zu hören wie über mich geredet wird. Aber am Kiosk und vorallem am morgen früh will ich einen netten Gruss und bezahlen nichts weiter! 🙂

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Die Frau im Islam – aus der Sicht einer Muslima

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Immer wieder hört man im Alltag dass die Muslima unterdrückt sei, eine unscheinbare Person die nie raus geht, unterdrückt von Ehemann, Brüdern etc, ein Lebewesen das immer Folge leisten muss, nicht widersprechen darf und/oder geschlagen wird.

Auch mir stellt man solche Fragen, respektive äussert mir gegenüber solche Einschätzungen und ich staune immer wieder, wie gerne man die Augen verschliesst vor der Wahrheit und weiterhin gerne an alles brav wiederholt was man gehört oder gelesen hat, egal wie falsch es ist!

Traurig aber wahr, Gerüchte in die Welt setzen scheint Spass zu machen und falsche „Wahrheiten“ trotz besserem Wissen zu erzählen auch, auch wenn man dadurch Menschen bewusst ausgrenzt, verletzt oder schlecht macht.

Da in den Medien meistens Nichtmuslime gefragt werden oder „moderne“ Muslime die so weltoffen sind dass ihr Islam eher dem  Christentum gleicht oder allenfalls nur noch eine komische Tradition ist, oder man muslimischen Teilnehmern gerne mitten im Satz das Gespräch entzieht, möchte ich gerne mal aus meiner, unserer muslimischen Sicht das Thema Frau im Islam erörtern.

Ich zwinge niemanden dazu meine Sicht anzunehmen, mit mir einer Meinung zu sein, aber jetzt reden „wir“! Wir Muslime über uns selber. Wie kann ein nicht muslimischer Mann oder ein nicht muslimische Frau wissen wollen oder entscheiden wollen wie wir leben? Ob wir unterdrückt sind, arm sind, das Kopftuch trägen MüSSEN, etc? Warum zum Geier scheut ihr euch so uns direkt zu fragen? Ah, ich weiss schon, eben darum, weil eigentlich jeder weiss dass all die erzählten Märchen über Muslime eben nur Märchen sind.

Ich frage euch, würden all die Schauermärchen stimmen, wären Frauen im Islam tatsächlich unterdrückt, warum sind dann die meisten Menschen die den Islam annehmen weiblich? Weil sie alle unterdrückt werden wollen?? Wohl kaum!

Also, gehen wir es mal an, Punkt um Punkt.

  • Aussage 1: Das Paradies der Muslime ist nur für Männer.

FALSCH =“Siehe, die muslimischen Männer und Frauen, die gläubigen, gehorsamen,
wahrhaftigen, standhaften, demütigen, Almosen spendenden, fastenden, ihre Scham
hütenden und Allahs häufig gedenkenden Männer und Frauen, bereitet hat ihnen
Allah einen gewaltigen Lohn.“(33:35)

„Wer das Rechte tut, sei es Mann oder Frau, wenn er nur gläubig ist, den wollen wir
lebendig machen zu einem guten Leben und wollen ihn belohnen für seine
Werke.“(16:97)

  • Aussage 2: Frauen dürfen im Islam nicht lernen, nicht lesen, nicht schreiben, nicht zur Schule gehen

FALSCH =Der Prophet Muhammad (s.a.w.s.) sagte: „Das Streben nach
Wissen ist eine Pflicht für jeden Muslim, Mann oder Frau„, und weiter: „Sucht nach
Wissen, von der Wiege bis zum Grab.“

  • Aussage 3: Die Frauen sind  schlechter gestellt als die Männer und die Männer stehen über ihnen

FALSCH=  „Die Männer sind die Verantwortlichen für die Frauen wegen dem, was Gott den einen vor den anderen gewährt hat, und wegen dem, was sie (die Männer) von ihrem Besitz als Unterhalt geben.“(4:34)

STOP! Aber nicht so wie ihr denkt! Sondern so:

Der Mann ist verantwortlich, da wir Frauen allgemein meist etwas schwächer sind, sensibler, etc.

Zudem trägt der Mann in der islamischen Gesellschaft die volle Unterhaltspflicht für seine
Familie. Er ist dazu moralisch und auch gesetzlich verpflichtet. Hält man sich daran, dann gehört somit alles was die Frau verdient IHR und sie kann damit machen was sie will. Sie kann es teilen, für die Familie verwenden, oder für sich selbst. Das heisst, hat eine Frau ein Geschäft, einen Besitz, etc dann gehört er ihr allein, ausser sie will den Besitz mit ihrem Mann teilen!

  • Aussage 4: Männer scheinen mehr wert zu sein als Frauen, denn sie erben mehr

FALSCH= Es ist richtig dass der Erbanteil eines Mannes grösser ist als der Erbanteil einer Frau (welcher cirka die Hälfte ist). Aber nun, nach der Aussage 3 wisst ihr auch warum! Weil der Mann alleine finanziell verantwortlich ist für seine Frau(en) und Kinder! Daher benötigen diese logischerweise auch mehr. Ausserdem, das bedeutet somit auch, dass der Erbteil der Frau, auch wenn kleiner, ihr ALLEIN gehört!

  • Aussage 5: Eine Frau hat keinerlei Entscheidungsrecht oder Mitspracherecht bei der Heirat

FALSCH= Eine Frau hat sehr wohl ein recht mit zu entscheiden wen sie heiraten will, allerdings wäre zb eine zu grosse Nase oder krumme Beine oder eine falsche Haarfarbe kein wirklicher Ablehnungsgrund, im Islam kommt es schliesslich hauptsächlich auf das Innere an, aber hat sie wirkliche Gründe dann kann sie selbstverständlich ablehnen und wenn ihre Familie praktizierend ist, dann wird sie die Entscheidung der Tochter akzeptieren. Wenn nicht, hat das nichts mit dem Islam zu tun, sondern mit falschem Verhalten der Eltern.

  • Aussage 6: Die muslimische Frau wird durch die Kleidung unterdrückt

Nein!= Ich persönlich würde eher sagen beschützt, aber schauen wir es im Ganzen an:

Eine muslimische Frau kann vor ihrem Mann, ihrer Familie oder wirklich nahen Blutsverwandten und/oder ihren Schwiegerelten fast alles tragen was sie mag, solange es nicht aufreizend ist und sie nicht gerade in Unterwäsche herumläuft (ausser vor ihrem Mann)  🙂
Geht sie aber aus dem Haus, oder sind andere Männer anwesend, dann sollte sie Kleidung tragen welche ihren Körper bedeckt und nicht unbedingt Form betont ist.

Schauen wir uns hierzulande in Europa die westliche Mode an, wo es immer mehr darum geht auf zu fallen, Körper zu zeigen, sich zu entblössen,  die Kleider immer kürzer werden, mehr Haut zeigen, wo die Frauen auf Werbeplakaten halb nackt für Turnschuhe, Parfüms etc werben – fragt euch selbst ehrlich wer da weniger wert ist, zumindest als weniger wert dargestellt wird, wenn man halbnackte Frauen zum werben aller möglichen Dinge benützen kann.

Übrigens, betreffen Kleidungsvorschriften nicht nur Frauen:

„Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre
Scham hüten sollen. Das ist reiner für sie. Siehe, Allah kennt ihr Tun. Und sprich zu
den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Scham hüten
und dass sie ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen, bis auf das, was davon
sichtbar sein muss, und dass sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen und ihre
Reize nur ihren Ehegatten zeigen… „(24:30-3 1)

Fortsetzung folgt inchallah (= so Gott will)

Höflichkeit im Zug

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Gerade bin ich wieder in die RBS eingestiegen um zur Arbeit zu fahren. Aus lauter Gewohnheit und weil ich es als Kind so gelernt habe, frage ich bei einem älteren Ehepaar ob der dritte Platz noch frei ist – und erhalte keine Antwort.

Ich setzte mich trotzdem und der Zug fährt ab. An der nächsten Haltestelle steigt eine junge Frau ein, fragt dasselbe Ehepaar ob der vierte Platz noch frei sei – und erhält freundlich Antwort.

In solchen Momenten fühle ich mich schon ein wenig im falschen Film, unsichtbar und zu wenig wert um eine Antwort zu verdienen.

Es ist leider nicht das erste Mal und ich habe auch nicht leise gesprochen so dass man sagen könnte ich sei schlichtweg überhört worden. Diese Möglichkeit wäre mir jedoch lieber gewesen.

Kreuz gegen Kopftuch

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Wieder einmal dieselbe Diskussion. Was ist in Schulen und Klassenzimmern die neutral sein sollten erlaubt an „religiösen Zeichen“ und was nicht?

Die Mehrheit ist dafür dass das Kreuz in Schulen einen Platz haben darf, weil wir in einem überwiegend christlichen Land leben. Gleichzeitig ist aber ein Grossteil dieser Mehrheit dafür, dass man Religion und Staat trennt.

Interessant ist die Statistik welche „Symbole“ von welchen Religionen an Schulen verboten werden sollten.

  • 8% aller Teilnehmer sind der Meinung dass das Kreuz als Anhänger in Schulen verboten sein sollte
  • 29% sind schon der Meinung dass die Kippa an Schulen verboten sein sollte
  • beim Kopftuch sind es schon 56% welche dafür sind dieses aus den Schulen zu verbannen

Bei den Katholiken wird das Ganze noch deutlicher:

  • 98% sind der Meinung dass das Kreuz erlaubt sein sollte
  • 61% sind der Überzeugung dass das Kopftuch verboten sein sollte

Punkto Trennung von Religion und Staat ist das so eine Sache. Hier unterscheidet sich der Islam. Im Islam gibt es diese Trennung nicht, Islam beeinflusst das gesamte Leben, sei es nun im privaten, beruflichen oder politischen Bereich. Alles gehört zusammen quasi wie ein Gesamtpacket. Für alle Bereiche gibt es Vorschriften und Gebote, sowie Ratschläge. Jeder dieser Bereiche wird im Koran berücksichtigt.

Eines wird bei diesen Umfragen aber immer vergessen: Kann man das Kreuz wirklich mit dem islamischen Kopftuch vergleichen?

Nein!

Nun fragen sicher schon die ersten lauthals „und warum nicht?!“

Ganz einfach. Das Koopftuch zu tragen ist für eine Muslima Pflicht (der sie meist gerne nachkommt), das tragen oder aufhängen des Kreuzes hingegen ist keine Pflicht. Punkt.

So einfach ist das.

Warum vergisst man das immer wieder oder lässt es einfach ausser acht? Es gibt einfach Dinge die man nicht vergleichen kann, die nicht den gleichen Zweck haben oder die gleiche Bedeutung! Ich als Muslima würde sagen dass das Kreuz von mir aus in einem Schulzimmer hangen darf, es stört ja niemanden und niemand ist dadurch zu etwas gezwungen – aber- gleichzeitig bin ich auch der Meinung dass das Kopftuch, und damit meine ich jetzt nicht eine Burka oder ein Niqab, im Schulzimmer ebenfalls erlaubt sein sollte. Wenn nicht, dann nimmt man muslimischen Mitbürgern ein Stück ihrer Rechte und dann sind es diese Vorschriften die eine Muslima unterdrücken und einschränken und nicht ihre Religion.

„Schleiereule“

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Ich bin die Bernerin mit dem Kopftuch, oder das „Hudelfroueli“ wie  mich meine Kolleginnen manchmal liebevoll nennen.

Ein Kopftuch? Naja, wenn’s windet vielleicht oder im Winter/Sommer.  Nein, ich ziehe meinen „Hudel“ nie ab, ausser natürlich zuhause, unter  Frauen, meiner Familie und/oder meinen Eltern. Ist der Groschen  gefallen? Ja, ich bin eine von den Schweizerinnen welche zum Islam  konvertiert ist.  Absolut freiwillig und voller Überzeugung.

Wir seien Spinner oder dumm, sagen manche, schütteln den Kopf und  lächeln mitleidig, oder schimpfen drauflos. Aber ist nicht eher dumm,  wer Menschen einfach abstempelt und eigentlich meist keine Ahnung vom  Ganzen hat…?

Wer jetzt einfach geht, weitersurft und denkt es gehe ihn nichts an  oder so, der verpasst etwas. Nämlich die Möglichkeit mal das Ganze quasi  von einer <strong>“Insiderin“ UND Schweizerin</strong> zu sehen. Mal Fragen  stellen zu können und zu dürfen, eine verständliche Antwort zu erhalten.  Er verpasst, zu lernen das wir keine gewalttätigen und/oder armen  Spinner sind, sondern Menschen die Ihr Leben nach einem klaren Ziel und  Regeln richten, und Menschen , die wenn sie den Islam richtig verstanden  haben, wissen das Islam unter anderem mit Frieden zu tun hat.

Vor über 7 Jahren bin ich von der reformierten „Schwizerin“ zum  muslimischen Ausländer geworden, Ausländerin in meinem eigenen Land,  abgestempelt durch ein Stück Stoff..

Warum? Weil wir Menschen alle vielfach dazu neigen, alles immer in  den gleichen Topf zu werfen. Früher hat man die Italiener zuerst nicht  gemocht, dann fanden sie langsam einen Platz, übernahmen Arbeiten die  kein Schweizer tun wollte. Später sind Leute aus Ex-Jugoslavien  gekommen, hat einer „Seich“ gemacht, hat man alle in denselben Topf  geworfen, obwohl das nicht stimmt. Jetzt hat auch das etwas  nachgelassen. Aber weil man eben immer ein Opfer haben muss, sind es nun  die Muslime. Macht einer einen „Schissdräck“, (keine Details, ihr wisst  alle was ich meine..), dann sind gleich alle Muslime Terroristen etc.  Wer kommt wohl als nächstes dran? Welche Minderheit oder Nationalität  muss danach den Kopf hinhalten?

Wir könnten doch noch beginnen gegen die zu sein, deren Nase etwas  anders ist als die eigene, oder die eine andere Augenfarbe haben. Nein!  Ich finde es reicht! Warum muss man das Leben komplizierter machen als  es ist? Wie lange dauert es zum Geier noch, bis wir merken dass es  überall Gute und Schlechte gibt?

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I bi d Bärnere mit em Chopftuech, oder „ds Hudufroueli“ wi mi mini  beschte Kolleginne mängisch nenne.

Es Chopftuech? Naja wenns windet, vielech oder im Winter/Summer. Nei,  i zie mis „hudeli“ nie ab, ussert daheim, unger Froue, meiner Familie  und/oder meinen Eltern. Isch ds Zwänzgi abegheit? Ja, i bi eini vo dene  Schwizerinne wo zum Islam konvertiert isch.  Absolut freiwillig und  voller Überzügig.

Mir sige Spinner oder dumm säge Teil, schüttle der Chopf und lächle  mitleidig oder schimpfe druflos. Aber isch nid eher dumm, wär Mönsche  einfach abstämplet und eigentlech meischt ke Ahnig vom Ganze het…?

Wär jetz eifach geit und witersurfet und dänkt es geitne nüt a oder  so, dä verpasst öppis. Nämlech d Müglechkeit mau das Ganze quasi vore <strong>“Insiderin“  UND Schwizerin</strong> ds gseh! Mau chönne u dörfe frage ds schteue une  verschtändlechi Antwort ds becho. Er verpasst, ds lehre das mir keni  gwautätige oder arme Spinner si, sondern Mönsche wo Ihres Läbe nach amne  klare Zil richte, und Mönsche wo, wesi der Islam richtig verschtange  hei, wüsse das Islam unter anderem mit Friede ds tüe het.

Vor über 7 Jahr bini vor reformierte Schwizerin zum muslimische  Usländer worde, Usländerin i mim eigete Land, abgstämplet dürnes Stück  Stoff.

Werum? Wöu mir Mönsche aui viufach derzue neige, aues immer i glich  Topf ds gheie. Früecher hetme d Italiäner zersch nid wöue, när heisi bi  üs langsam e Platz gfunge, hei Arbeite überno wo ke Schwizer het wöue.  Später si Lüt cho us Ex-Jugoslavie, het eine „Seich“ gmacht, hetme aui i  glich Topf gworfe, obwou das nid stimmt. Jezt het ou das echli  nachegla. Aber wöume immer mues es Opfer ha, sis jetz äbe d Muslime.  Macht eine e „Schissdräck“, (keni Details, dir wüsset aui wasi meine..),  de si grad aui Muslime Terroriste und etc. Wär chunnt äch nach üs? Weli  Nationalität oder Minderheit mues när der Chopf häreha?

Mir chönnte doch no afa, gäge die ds si wo d Nase nid glich hei wi  mir oder angeri Ougefarb etc. Nei i finge es längt! Werum muesme ds Läbe  komplizerter mache auses isch? Wie lang geits no, bis mir Stärne Föifi  merke dases überau Gueti und Schlächti git?

Wirbel um ein Stück Stoff

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Als hätte man keine größeren Probleme auf der Welt, wird immer wieder   wegen einem Stück Stoff ein Riesendrama gemacht.

Hat die Welt nichts Besseres zu tun? Was ist mit den Menschen in den   Drittwelt-Ländern, die vor Hunger sterben? Müssten die verantwortlichen   Personen sich denen erklären, würden diese Menschen in Ihrer Not, sich   wohl an den Kopf greifen, wenn man erklären würde, dass man sich in   dieser Zeit damit beschäftigt hat, ob jemand ein Kopftuch tragen darf   oder nicht.

In Madrid wurde eine Anwältin von der Teilnahme an einem Prozess   ausgeschlossen, weil sie ein Kopftuch trug. Der anwesende Richter Javier   Gómez Bermúdez warf der Rechtsanwältin vor, nicht ordnungsgemäß   gekleidet zu sein. Diese Ordnung besagt, dass die Robe zwingend getragen   werden muss, nicht aber dass ein Kopftuch verboten ist.

Der Richter hatte <a href=“http://www.tagblatt.ch/aktuell/internati…20,1416217&#8243; target=“_blank“>seine Abweisung</a> nicht weiter begründet, sondern   meinte nur:

„In diesem Saal entscheide ich“.

Die Juristin wäre somit gemäß den Regeln mit ihrer Robe richtig   gekleidet gewesen, unbeachtet ihres Kopftuches! Die Anwältin zeigte   deshalb daraufhin den Richter des Nationalen Gerichtshofes wegen   Amtsmissbrauch an.

Erhält man weitere Informationen über Javier Gómez Bermúdez, so ist   sicher, dass er die Anwältin absichtlich wegen ihrer   Religionsangehörigkeit abgewiesen hat.

<strong>Dieser Richter war es nämlich, der den Prozess gegen die   „Madrid-Attentäter“ führte – und es ist auch der Richter, welcher im   Oktober bei einer anderen Gerichtsverhandlung die Burka tragende Zeugin   aufforderte ihr Gesicht zu zeigen, damit man die Gesichtszüge während   der Verhandlung erkennen könne!</strong>

Ich bin diese ganze Islamhetze, die Falschaussagen über unsere   Religion und das ewige Thema Kopftuch langsam leid. Warum dürfen Nonnen   ihre Haube tragen ohne deswegen verbal oder sogar körperlich  angegriffen  zu werden, während wir Muslimas uns wegen dem kleinen Stück  Stoff immer  wieder aufs Neue rechtfertigen müssen und auch oft  angegriffen werden?!

Warum nur schauen immer noch viele Menschen so auf Kleinigkeiten?   Warum werden in unserer Zeit, der heutigen Gesellschaft, immer noch   Menschen ausgeschlossen oder gemobbt, wenn sie nicht dem 0815-Bild   entsprechen? Hat die Menschheit nichts Besseres zu tun?

Menschen verhungern, Kinder und Frauen werden missbraucht, verkauft,   versklavt. Walfänger rotten unsere Wale aus, Regenwälder werden gerodet   und ganze Stämme/Familien verlieren deswegen ihren Lebensraum,   Pelz-Händler töten aus Geldgier Tiere und/oder ziehen ihnen bei   lebendigem Leib das Fell ab, lebenden Elefanten werden die Stoßzähne   abgeschnitten und die Tiere verbluten danach, Menschen werden   krank/behindert wegen Verstrahlungen. Wäre dies alles nicht wichtiger   als die ewigen Diskussionen um das Kopftuch, die Burka, Minarette,   Islamisierung oder Ent-Islamisierung?

Wie wollen wir später unseren Kindern erklären warum all dieses   Schlechte auf der Welt nach wie vor besteht oder warum es keine Wale   mehr gibt? Weil die Prioritäten falsch gesetzt wurden? Das wird dann   wohl weder unsere Kinder überzeugen noch etwas (an den Tatsachen)   ändern.